Elke Schlenkrich
Von Leuten auf dem Sterbestroh
Sozialgeschichte obersächsischer Lazarette in der frühen Neuzeit
Bestell-Nr 44-37
ISBN 978-3-934544-37-6
erschienen 01.01.2002
Gewicht 630 g
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Seit dem 16. Jahrhundert lassen sich in obersächsischen Städten Lazarette nachweisen, deren ursprüngliche Bestimmung es war, die an der Pest Erkrankten unterzubringen, zu versorgen und »medizinisch« zu betreuen. Doch sehr bald durchliefen diese Anstalten einen Funktionswandel zum »Sozialasyl«: Sie nahmen nun in pestfreien Zeiten Patienten mit unterschiedlichsten Krankheitsbildern wie Syphilis, Krätze etc. auf, ebenso Bettler, Unbehauste, Waisenkinder, Schwangere, Soldaten, Arme, Alte, Kriegsinvaliden. Der Weg hin zum modernen Krankenhaus, wie es dann um 1800 entstand, war vorgezeichnet.
Die Entstehungsgeschichte und Ausstattung der Lazarette in Sachsen, die Lazarettbediensteten und -bewohner sowie die behandelten Kranken und Krankheiten stehen im Mittelpunkt. Erzählt wird anhand einer dichten Quellenüberlieferung in Dresden und Leipzig, auch in Chemnitz, Freiberg, Meißen, Oschatz, Zwickau, vom Lazarettalltag, von den Schicksalen der Insassen und Bediensteten wie von den Behandlungsmethoden des hier tätigen medizinischen Personals. Die Betrachtungsebene der bisherigen Hospitalgeschichtsschreibung als institutionelle Draufsicht wechselt zu einer Lazarettgeschichte aus der Sicht der Betroffenen, verbindet so traditionelle Forschungsstrategien mit aktuellen Ansätzen aus der Medizin- und Sozialgeschichte. Die Publikation versteht sich als Beitrag zur Geschichte des Armenwesens in Sachsen und zugleich als Beitrag zur Sozialgeschichte der Medizin.
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