Arnold Bartetzky
Die Baumeister der „Deutschen Renaissance“ – ein Mythos der Kunstgeschichte?
Ein Mythos der Kunstgeschichte?
Bestell-Nr 44-52
ISBN 978-3-934544-52-9
erschienen 01.01.2004
Gewicht 740 g
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Die Renaissance gilt als Geburtsstunde des Künstlerindividuums und damit auch des von Zwängen des Handwerklichen befreiten, allein für den Entwurf zuständigen Künstlerarchitekten. Die Vorstellung von einem fundamentalen Wandel der Stellung des Baumeisters in der Renaissancezeit wurde bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Kunstgeschichte noch laufen lernte, zu einem Axiom der Forschung (so Wilhelm Lübke in seiner 1855 erschienenen »Geschichte der Architektur«). Doch die von italienischen Leitbildern geweckten Erwartungen der Kunstgeschichte an einen Renaissancearchitekten lassen sich nördlich der Alpen schwerlich einlösen.
Die Baumeister der »deutschen Renaissance«, noch lange nach der Zeitenwende in postmittelalterliche Strukturen des Baubetriebs und der Bauorganisation eingebunden, treten selten aus der Anonymität heraus. Dessen ungeachtet hat die Kunstgeschichte, namentlich die im Aufwind der Reichsgründung agierende Lokalforschung des späten 19. Jahrhunderts, leichtfüßig Zuschreibungen bedeutender Bauwerke vorgenommen und Heroen heimischer Architekturgeschichte erschaffen, die sich gegen alle Zweifel im Wesentlichen bis heute erhalten haben. Der vorliegende Band unternimmt eine kritische Revision der Forschungsgeschichte zu neun ausgewählten Baumeistern der »Deutschen Renaissance«: Wendel Roskopf, Konrad Krebs, Hieronymus Lotter, Wilhelm Vernucken, Antonis van Obberghen, Lüder von Bentheim, Jakob Wolff d.J., Elias Holl und Heinrich Schickhardt.
Schritt für Schritt erfolgt eine systematische Unterscheidung zwischen gesicherten Fakten, Mutmaßungen und Legenden. Auf diese Weise können wiederkehrende Fehlinterpretationen des Quellenmaterials, Trugschlüsse und argumentative Manipulationen bei Zuschreibungen offengelegt, festgefahrene Fehleinschätzungen und Mythen aufgelöst, schließlich auch Ansätze zu methodisch angemesseneren Forschungen geboten werden.
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